L’Oréal Österreich Stipendien For Women in Science: Auszeichung für vier junge Top-Forscherinnen

AUSZEICHUNG FÜR VIER JUNGE TOP-FORSCHERINNEN

L'ORÉAL Österreich Stipendien FOR WOMEN IN SCIENENCE fördern weibliche Nachwuchstalente und stellen ihre Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt ins Licht der Öffentlichkeit

 

Am 4.11.2019 wurden die L’ORÉAL Österreich Stipendien FOR WOMEN IN SCIENCE zum 13. Mal in einem feierlichen Akt im großen Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergeben.

Heuer werden folgende vier Grundlagenforscherinnen ausgezeichnet:

  • Johanna Gassler, MSc, Entwicklungsbiologin am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA)
  • DI Anela Lolic, Logikerin an der Technischen Universität Wien
  • Vedrana Šlipogor, MSc, Kognitionsbiologin an der Universität Wien
  • DI Katrin Unger, Materialwissenschafterin an der Technischen Universität Graz

Die geförderten Projekte beschäftigen sich mit äußert relevanten wissenschaftlichen Fragen, und zwar: Wie aus einer einzelnen Zelle - der befruchteten Eizelle - ein komplexes Lebewesen mit verschiedenen spezialisierten Zelltypen entsteht; mit der Erstellung einer Sprache - eines Kalküls - um Informationen aus mathematischen Beweisen zu gewinnen; mit Persönlichkeit und sozialem Lernen bei hochsozialen Primaten und schließlich mit der Entwicklung von entfernbaren Tattoo-Sensoren zur Bestimmung des Säuregehalts der Haut für die medizinische Diagnostik. Mit den erzielten Ergebnissen werden die jungen Forscherinnen wesentliche Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten. 

 

Zielsetzung der Stipendien                                                                                                                             
Die Stipendien werden seit 2007 mit der Intention vergeben, vielversprechenden weiblichen Talenten den Start in eine wissenschaftliche Karriere zu erleichtern und Rolemodels zur Ermutigung anderer Frauen mit wissenschaftlichen Ambitionen zu schaffen. Zudem soll ein öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung der Grundlagenforschung gebildet und die Dringlichkeit der Nutzung des weiblichen Potenzials aufgezeigt werden. Dabei geht es nicht nur um Chancengleichheit, sondern auch um Verbesserung der Qualität der Forschung: Wenn Frauen andere Sicht- und Herangehensweisen als Männer haben, ist die Berücksichtigung ihrer Perspektiven notwendig, um einen möglichen Genderbias der Ergebnisse zu verhindern. Man denke etwa an den Bereich der Artificial Intelligence: Wenn Roboter in Zukunft das Leben von Männern und Frauen bestimmen, müssen sie auch sowohl von Männern als auch Frauen programmiert werden.

 

Geschlechter Gleichstellung noch lange nicht erreicht

Nach wie vor sind Frauen in Österreich in wissenschaftlichen Führungspositionen unterrepräsentiert. Die Statistik Unidata zeigt auch für 2018 ganz klar ein kontinuierliches Abnehmen des Frauenanteils im universitären Karriereverlauf: So lag der Anteil bei Absolventinnen knapp über und bei Assistentinnen noch immer knapp unter 50%, doch danach beginnt die Schere mit 39% Frauenanteil bei den Drittmittelfinanzierten, 36% bei den Laufbahnstellen und 25% bei den Professorenstellen immer stärker auseinanderzuklaffen. Auch im europäischen Vergleich gehört Österreich leider seit Jahren zu den Schlusslichtern: Aktuelle Eurostat Zahlen weisen in Österreich einen Frauenanteil in Forschung und Technologie von 34% aus, während der EU Durschnitt bei 41% liegt. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf und breiten Raum für Initiativen wie FOR WOMEN IN SCIENCE. 

 

Positionierung und Höhe der Stipendien

Die Stipendien belaufen sich auf je € 25.000 und richten sich an Doktorandinnen und Post-Docs in den Naturwissenschaften, der Medizin und der Mathematik. Ihr Verwendungszweck ist breit positioniert, um individuelle Karrieresituationen berücksichtigen und konkrete Finanzierungslücken füllen zu können. Am häufigsten werden die Stipendien zur Überbrückung der Phase zwischen Doktorats-Abschluss und Antritt einer Post-Doc-Stelle verwendet. Oft ermöglichen sie die Rückkehr aus dem Ausland oder aus einer Karenz und damit die Wiedereingliederung in eine akademische Laufbahn in Österreich. Damit tragen sie zum Erhalt des weiblichen Forscherpotenzials bei, das gerade oft in diesen unsicheren Übergangsphasen verloren geht.

Die Stipendien sind eine Kooperation von L’ORÉAL Österreich mit der Österreichischen UNESCO Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Sie werden seit ihrer Gründung im Jahr 2007 vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung finanziell durch Verdoppelung der Mittel unterstützt. Das hat uns ermöglicht, bis jetzt schon 50 exzellente junge Frauen zu fördern. Wir sind für diese zusätzlichen Mittel sehr dankbar und stolz darauf, mit unserem Programm den Anstoß dafür gegeben zu haben. Es zeigt uns, dass FOR WOMEN IN SCIENCE tatsächlich einen Beitrag zur Durchbrechung der gläsernen Decke leisten kann. 

 

Jury und Auswahlverfahren

Die Auswahl der Bewerberinnen erfolgt durch eine Experten-Jury der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unter Beiziehung ausländischer Gutachter. Kriterien sind Exzellenz der Antragstellerin sowie wissenschaftliche Relevanz und Realisierbarkeit des auszuführenden Projekts.

Ein internationales Programm

FOR WOMAN IN SCIENCE ist eine weltweite Partnerschaft von L’ORÉAL und UNESCO, die 1998 ins Leben gerufen wurde und bisher über 3.100 Frauen aus allen Erdteilen mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet hat. Zwei der Preisträgerinnen erhielten in der Folge einen Nobelpreis. Die nationalen Stipendieninitiativen in zahlreichen Ländern orientieren sich, so wie in Österreich, am lokalen Bedarf.

 

L’ORÉAL ist mit jährlich sieben Milliarden verkauften Produkten das weltweit führende Kosmetik-unternehmen und beschäftigt rund 4.000 MitarbeiterInnen in der Forschung, darunter 70% Frauen.

 

 

Rückfragehinweise bei L’ORÉAL Österreich                      Information über Stipendien und Bewerbung

Dr. Alexandra PIFL                                                               www.stipendien.at    

alexandra.pifl@loreal.com                                                   www.unesco.at                                    

Tel: 01/ 536 51 DW 284                                                       Internationale Partnerschaft 

www.forwomeninscience.at                                                 www.forwomeninscience.com

 

 

Foto: c Eva Kelety